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40 Jahre Ochsenhauser Hof

Der Ochsenhauser Hof feiert in diesem Jahr als Seniorenbegegnungsstätte sein 40jähriges Bestehen. Anlässlich dieser Erfolgsgeschichte veranstaltet der Ochsenhauser Hof einen Festakt, an dem rund 60 geladene Gäste teilnahmen. Ein Trompetentrio der Bruno-Frey-Musikschule begleitet den Festakt mit ausgewählten Musikstücken.

Hospitalverwalter Roland Wersch stellt in seiner Begrüßung fest, dass es eine kluge und richtige Entscheidung von Stadt und Hospital war, das Gebäude „Ochsenhauser Hof“ als Seniorenbegegnungstätte zu nutzen. Der Ochsenhauser Hof greife viele Grundbedürfnisse älterer Mensch auf. So können die Besucher Gleichaltrige treffen, soziale Kontakte pflegen, Hobbies ausleben oder sich über Vorträge und Kurse weiterbilden. Außerdem wirbt der Hospitalverwalter für Bewegung durch den Seniorentanz und spricht hier gerade den Männern Mut zum Mitmachen zu. Wersch lobt in seiner Ansprache die ehrenamtliche Selbstverwaltung des Ochsenhauser Hofs: „Sie haben in den letzten 40 Jahren das Haus zu Ihrem gemacht.“

Oberbürgermeister Norbert Zeidler dankt in seinem Grußwort den Ehrenamtlichen des Ochsenhauser Hofs für deren Engagement. „Der Ochsenhauser Hof ist ein Schatz in unserer Stadt“, betont Zeidler. Zugleich stellt der Oberbürgermeister fest, dass sich die Gesellschaft und das Bild des älteren Menschen weiterentwickelt hat. Alter bedeute heute mehr denn je, sich aktiv einzubringen.

Die Vorsitzende des Kuratoriums, Anne Ottenbacher-Hopf, findet, dass sich in so einem Gebäude alle ehrenamtlich Engagierten nur wohlfühlen können. „Ich strahle aber auch, weil wir seit kurzem eine neue Küche und eine frische Außenfassade bekommen haben“.

Festredner ist aber eine Person, die den Ochsenhauser Hof bereits in jungen Jahren kennengelernt hat. Gunter Dahinten lässt in seinem launigen Blick auf die Geschichte des Ochsenhauser Hofs auch seine Zeit als Schüler einfließen. Denn bevor der Ochsenhauser Hof Seniorenbegegnungsstätte wurde, fungierte er als Gymnasium und Realschule. Gebaut wurde das Gebäude rund um 1340 vom Benediktinerkloster Ochsenhausen als Pfeghof, um Klosterprodukte in Biberach verkaufen zu können. Dahinten geht aber nicht nur auf die Geschichte des Gebäudes ein, sondern auch auf dessen architektonische Bedeutung. „Ich weiß nicht, ob es viele Städte gibt, in denen der Seniorentreff eine ähnlich repräsentative und stadthistorisch bedeutsame Adresse hat wie in Biberach“, führt Dahinten aus. Der Festredner stellt zugleich fest, dass der Ochsenhauser Hof immer eine Schule blieb. Denn auch noch heute kann hier das soziale und menschliche Miteinander praktiziert und gelernt werden. Anders sei es ihm als Schüler ergangen, denn damals ging es „ums nackte Überleben“.
Die Festrede von Gunther Dahinten kann hier heruntergeladen werden.

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Beiträge zur Geschichte

An dieser Stelle finden Sie Beiträge von Biberacher Bürgern, die die Gründung des Ochsenhauser Hofs

mitverfolgt, mitbegründet oder mitbeobachtet haben. Für die Inhalte sind die Verfasser verantwortlich.

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Ursula Wachter

Kleine Erinnerungsgeschichten an den Ochsenhauser Hof

Anfang wurde der Oho von der älteren Generation nicht angenommen. Er hieß nur der Preußenhof. Ein Mitglied des Kuratoriums war von Berlin und hat die erste Gruppe, den Berliner Freundeskreis, gegründet. Der Besuch vom damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth war ein großes Ereignis.Wir mussten alle großen Messer im Beisein der Begleiter einschließen. Frau Annemarie Griesinger wurde an einem Vormittag von der Wandergruppe MiteinanderFüreinander begrüßt. Der damalige Wanderführer Herr Herner empfing sie mit einer tiefen Verbeugung und einem Handkuss mit Schokolade und den Worten: i gib die Schokolade nur Frauen die i mag, on do gehöret sie dazu.

Ein Biberacher Original war Herr Hanni.Er war ein etwas verwirrter stadtbekannter Biberacher Bürger. Er kam öfters in den 0ho.Leider trank er zu viel. Mit Schreiner Kopf fing er gerne an zu streiten. Dann habe ich seinen Hut genommen und bin zur Haustür gegangen und er kam dann immer mit. Der Hut war sein Heiligtum. Am Aschermittwoch war Herr Hanni sehr gut gelaunt. Er kam dann immer vorbei und erklärte dann: I gang jetzt en Stadthalle on fang an zu krakele, dann grieg i eh a Bier oder zwoi.

Manche Mitarbeiterinnen bekamen auch Heiratsanträge.

Durch Rundfunkübertragungen und durch auswärtige Besuchergruppen wurde der Oho bald bekannt. Sogar im Japanischen Fernsehen wurden Aufnahmen von der Tanzgruppe, damals noch unter Leitung von Frau Gnerlich und Frau Wachter, gezeigt.


Max Schneiderhan

Der Ochsenhauser Hof ( OHO) in  Biberach, was ich weiß, an was ich mich erinnere.

Für mich sehr überraschend hat mein ehemaliger Chef auf dem Rathaus, Stadtpfleger i.R. Franz Wörner, als er in den Ruhestand getreten war, die Initiative für die Gründung /Bildung einer Altengemeinschaft ergriffen, aus der dann die Gruppierung "Miteinander-Füreinander" sich entwickelt hat.

Wanderungen mit Einkehr, Tanznachmittage im Sennhofsaal, ein Singkreis gehörten u.a. zum Programm der Organisation, deren "Chef" Franz Wörner mit beträchtlichen Einsatz blieb. Er scharte einen Kreis von Betreuern um sich, was mich sehr verwunderte, weil Franz Wörner, so wie ich ihn während meiner Dienstzeit auf dem Rathaus erlebt hatte, mit ehrenamtlichem Einsatz, Interessen und Kontakten zu Dritten, nichts am Hut gehabt hatte.

Aus der Existenz dieser Gruppe ist nach meiner Erinnerung der Wunsch oder auch die Notwendigkeit nach einer gewissen Institutionalisierung der Förderung der Altenarbeit in unserer Stadt entstanden. Eine weitere lnitialzündung dafür ergab sich auch aus dem Neubau des Bürgerheims des Hospitals. Ich verweise hierzu auch auf die Rede von OB Hoffmann anlässlich der Einweihung des Ochsenhauser Hofs am 24. November 1978, nachzulesen in seinem Buch .“Dreh doch den Wind um", 2. Erweiterte Auflage 1989.

In seiner Eigenschaft als Verwalter des "Hospitals zum hI. Geist" hat Erster Bürgermeister Alfred Rack die wesentlichen Vorarbeiten und Voraussetzungen zur Verwirklichung des OHO engagiert geleistet.

Die Bereitstellung des städt, Gebäudes des ehemaligen Wieland-Gymnasiums und dessen Aus- und Umbau sowie die finanzielle Trägerschaft für die Unterhaltung von Gebäude mit Einrichtung durch die Stadt Biberach gehörten genauso dazu, wie die formalen Voraussetzungen für die Verwaltung (Organisations-Statut, Wahl und Bestellung des Kuratoriums, Übernahme der Personal- und Sachkosten usw. durch den Hospital.

Dies alles bedurfte formeller Regelungen, auch von Beschlüssen der zuständigen Organe von Stadt und Hospital. (Diese müssten in den Protokollen des Bau-ausschusses des Gemeinderats und des Gemeinderates selbst, sowie in denen des Hospitalrates zu finden sein. In den Archiven von Stadt und Hospital müssten diese Protokolle zu finden sein.)

Zusammen mit seinem Freund und Kollegen Alois Romer, dem damaligen Leiter des Kreissozialamtes, hat Alfred Rack auch den Beginn der tatsächlichen Arbeit im OHO mit z. B. der Wahl und Bestellung des 1. Kuratoriums und vieles andere mehr gestaltet. Dies alles ist wohl noch zu verfolgen in den Protokollen der Sitzungen des Kuratoriums, die meines Wissens im OHO stehen.

Der OHO hatte zu Anfang und hat wohl auch noch heute mit einer gewissen, z.T. großen Schwellenangst und mit Vorbehalten bei seinem eigentlichen

Klientel zu kämpfen, „Ich bin doch noch nicht so alt, um in den OHO zu gehen", waren oder sind nicht selten zu hörende Aussagen älterer Bürger und Bürgerinnen. Mit der Einrichtung und dem Angebot von Computer-Kursen haben sich diese Vorbehalte indessen seit geraumer Zeit erfreulicherweise genauso abgeschwächt, wie die zeitgemäße allgemeine Programmgestaltung der letzten Jahre dazu beiträgt.

Zu meinen direkten und persönlichen Erfahrungen mit dem OHO:

In den Jahren 2006 bis 2010 gehörte ich dem Kuratorium an. Mir wurden die Bereiche „Gruppenbetreuung", "Medien und Entwicklung" und auch das was mit Unterhaltung von Haus und Ausstattung zusammenhing, übertragen: zu letzterem gehörten auch die Kontakte zu Kämmereiamt, Bürgerheim­ Verwaltung und Gebäudemanagement von Stadt und Hospital.

Die Arbeit hat mir viel Spaß und persönliche Befriedigung gebracht. Durch die PC-Kurse und deren Einteilung hatte ich viel Kontakt zu den Interessenten, aber auch zu den Kursleitern. Die Beschaffung neuer Computer und Medien (z.B. Beamer für den Vortragssaal) war einer der Schwerpunkte meiner Arbeit. Der überaus große persönliche und fachliche Einsatz von Toni Reiser, den ich hatte als Kursleiter gewinnen können, bei der Entscheidung und Auswahl der Konfiguration, insbesondere aber auch bei der EDV- und programmtechnischen Einrichtung der neuen Geräte kann auch rückblickend nicht hoch genug gewürdigt werden.

Auch die Zusammenarbeit mit Herrn Bronner von der EDV-Abteilung der Stadtverwaltung bei der Geräte-Neu­Ausstattung war fachlich ohnehin höchst kompetent und menschlich angenehm.

Die Atmosphäre bei den Sitzungen des Kuratoriums unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Mohrschulz war jederzeit angenehm, sachbezogen, mitunter auch lustig-witzig.

Die Jahres-Ausflüge des OHO, jeweils gut vorbereitet, zu interessanten Zielen und mit interessantem Programm gehörten genauso wie die jährlichen Weihnachtsfeiern zu den Höhepunkten im Jahresablauf der Altenbegegnungsstätte OHO.


Marianne Sikora-Schoeck

ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES OCHSENHAUSER HOFES

Im ersten Jahr als Leiterin der Volkshochschule Biberach lernte ich 1972 den ehemaligen Biberacher Stadtpfleger Franz Wörner kennen, eine Person durch deren Enthusiasmus und Tatendrang ich ungeheuer viel lernte.

Er hatte als Pensionär in Biberach eine Bewegung zum „ Für- und Miteinander älterer Menschen“ gegründet und gekonnt einerseits den Landkreis als Geldgeber und andererseits die VHS als Programmgestalter gewonnen. Er war durch Info-Materialien aus der Schweiz quasi durch Schweizer Vorbild inspiriert, den älteren Menschen in Biberach sinnvolle Aktivitäten anzubieten. Er war auch maßgeblich beteiligt bei der Auswahl von älteren Personen, die in der Lage waren, Aktivitäten themenspezifisch zu leiten z.B. eine Wandergruppe, eine Volkstanzgruppe, Sitzgymnastik, interessante Lichtbildvorträge...

Deshalb nahm bei meiner Programmgestaltung der VHS Biberach v.a. durch Franz Wörners Initiative die o.g. Thematik eine immer größere Bandbreite ein. Anfangs gab er Hinweise auf potentielle Referenten und forderte von mir unermüdlich eine engagierte Pressearbeit.

Auf seine Initiative hin wurden die Lichtbildvorträge - bevor sie ins offizielle Abendprogramm der VHS gelangten – bei der älteren Generation (auch im Bürgerheim) geprüft und getestet. Schließlich waren damals Reisen und die fotographische Dokumentation von Reisen noch nicht so verbreitet und üblich wie heute. Deshalb konnte nicht jedes Angebot eines Reisefotographen so ohne weiteres und ohne Prüfung übernommen werden.

Dieses Programm „Miteinander-Füreinander“ wurde nach Schweizer Vorbild von uns recht bald unter dem Namen „Treffpunkt ältere Generation“ durchgeführt und war ein solches Erfolgskonzept, dass bereits nach einigen Jahren der Ochsenhauser Hof von der Stadt Biberach bzw. dem Hospital als Haus für die Altenarbeit und nicht wie auch vorgesehen als Jugendhaus auserkoren wurde.

Bis dahin fanden einschlägige Veranstaltungen, Kurse und Vorträge im Pestalozzi-Haus und in der neu erbauten Stadthalle statt. In der Stadthalle auch deshalb, um Ressentiments gegen diesen Neubau nach Abbruch des alten Stadttheaters und der Umgestaltung des Stadtgartens abzubauen.

Ich initiierte parallel dazu Seminare in Zusammenarbeit mit der Akademie Bad Boll um „Hausmütter“ auszubilden und für die Tätigkeit im Ochsenhauser Hof vorzubereiten. Nach diesen intensiven und interessanten „Vorarbeiten“ unter der Federführung Franz Wörner und mir betreibt nun seit 1978 der Hospital zum Hl. Geist als Träger den Ochsenhauser Hof mit großem Erfolg eine Begegnungsstätte für Ältere im Herzen Biberachs.

 

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