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Beiträge zur Geschichte

 

An dieser Stelle finden Sie Beiträge von Biberacher Bürgern, die die Gründung des Ochsenhauser Hofs

mitverfolgt, mitbegründet oder mitbeobachtet haben. Für die Inhalte sind die Verfasser verantwortlich.

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Ursula Wachter

Kleine Erinnerungsgeschichten an den Ochsenhauser Hof

 

Anfang wurde der Oho von der älteren Generation nicht angenommen. Er hieß nur der Preußenhof.

Ein Mitglied des Kuratoriums war von Berlin und hat die erste Gruppe, den Berliner Freundeskreis, gegründet.

Der Besuch vom damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth war ein großes Ereignis.Wir mussten alle großen Messer im Beisein der Begleiter einschließen.

Frau Annemarie Griesinger wurde an einem Vormittag von der Wandergruppe MiteinanderFüreinander begrüßt. Der damalige Wanderführer Herr Herner empfing sie mit einer tiefen Verbeugung und einem Handkuss mit Schokolade und den Worten: i gib die Schokolade nur Frauen die i mag, on do gehöret sie drzu.

Ein Biberacher Original war Herr Hanni.Er war ein etwas verwirrter stadtbekannter Biberacher Bürger. Er kam öfters in den 0ho.Leider trank er zu viel. Mit Schreiner Kopf fing er gerne an zu streiten. Dann habe ich seinen Hut genommen und bin zur Haustür gegangen und er kam dann immer mit. Der Hut war sein Heiligtum. Am Aschermittwoch war Herr Hanni sehr gut gelaunt. Er kam dann immer vorbei und erklärte dann: I gang jetzt en Stadthalle on fang an zu krakele, dann grieg i eh a Bier oder zwoi.

Manche Mitarbeiterinnen bekamen auch Heiratsanträge.

Durch Rundfunkübertragungen und durch auswärtige Besuchergruppen wurde der Oho bald bekannt. Sogar im Japanischen Fernsehen wurden Aufnahmen von der Tanzgruppe, damals noch unter Leitung von Frau Gnerlich und Frau Wachter, gezeigt.

 

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Max Schneiderhan                                                                        Biberach, im Oktober 2015

 

Der  Ochsenhauser Hof ( OHO) in  Biberach,  was  ich  weiß, an  was  ich  mich erinnere.

Für  mich  sehr überraschend hat  mein  ehemaliger Chef  auf  dem  Rathaus, Stadtpfleger i.R. Franz Wörner, als  er  in  den  Ruhestand  getreten war, die Initiative  für  die  Gründung /Bildung einer  Altengemeinschaft ergriffen, aus  der dann  die  Gruppierung "Miteinander-Füreinander" sich  entwickelt hat.

Wanderungen mit  Einkehr, Tanznachmittage im  Sennhofsaal, ein  Singkreis gehörten u.a. zum  Programm der  Organisation, deren  "Chef" Franz  Wörner mit beträchtlichen Einsatz  blieb. Er  scharte  einen Kreis  von  Betreuern um  sich, was mich  sehr  verwunderte, weil  Franz  Wörner, so wie  ich  ihn  während meiner Dienstzeit  auf  dem  Rathaus  erlebt hatte, mit  ehrenamtlichem Einsatz, Interessen  und  Kontakten zu  Dritten, nichts  am  Hut  gehabt hatte.

Aus  der  Existenz  dieser  Gruppe  ist  nach  meiner Erinnerung  der  Wunsch  oder auch  die  Notwendigkeit nach  einer  gewissen  Institutionalisierung der Förderung der  Altenarbeit in  unserer  Stadt  entstanden. Eine  weitere lnitialzündung dafür ergab  sich  auch  aus  dem  Neubau  des  Bürgerheims des Hospitals. Ich  verweise  hierzu  auch  auf  die  Rede  von  OB Hoffmann anlässlich der  Einweihung  des  Ochsenhauser Hofs  am  24. November 1978, nachzulesen in  seinem  Buch .“Dreh doch den Wind um", 2. Erweiterte Auflage 1989.

In  seiner  Eigenschaft  als  Verwalter des "Hospitals  zum  hI. Geist"  hat  Erster Bürgermeister Alfred Rack  die  wesentlichen Vorarbeiten und  Voraussetzungen zur  Verwirklichung des  OHO  engagiert geleistet.

Die  Bereitstellung des  städt, Gebäudes  des  ehemaligen Wieland-Gymnasiums und  dessen  Aus- und Umbau  sowie  die  finanzielle Trägerschaft für  die Unterhaltung von  Gebäude  mit  Einrichtung durch  die  Stadt  Biberach gehörten genauso  dazu, wie  die  formalen Voraussetzungen für  die Verwaltung (Organisations-Statut, Wahl  und  Bestellung  des  Kuratoriums, Übernahme  der Personal- und  Sachkosten  usw. durch  den  Hospital.

Dies alles bedurfte formeller Regelungen, auch von Beschlüssen der zuständigen Organe von Stadt und Hospital. (Diese müssten in den Protokollen des Bau-ausschusses des Gemeinderats und des Gemeinderates selbst, sowie in denen des Hospitalrates zu finden sein. In den Archiven von Stadt und Hospital müssten diese Protokolle zu finden sein.)

Zusammen mit seinem Freund und Kollegen Alois Romer, dem damaligen Leiter des Kreissozialamtes, hat Alfred Rack auch den Beginn der tatsächlichen Arbeit im OHO mit z. B. der Wahl und Bestellung des 1. Kuratoriums und vieles andere mehr gestaltet. Dies alles ist wohl noch zu verfolgen in den Protokollen der Sitzungen des Kuratoriums, die meines Wissens im OHO stehen.

Der OHO hatte zu Anfang und hat wohl auch noch heute mit einer gewissen, z.T. großen Schwellenangst und mit Vorbehalten bei seinem eigentlichen

Klientel zu kämpfen, „Ich bin doch noch nicht so alt, um in den OHO zu gehen", waren oder sind nicht selten zu hörende Aussagen älterer Bürger und Bürgerinnen. Mit der Einrichtung und dem Angebot von Computer-Kursen haben sich diese Vorbehalte indessen seit geraumer Zeit erfreulicherweise genauso abgeschwächt, wie die zeitgemäße allgemeine Programmgestaltung der letzten Jahre dazu beiträgt.

Zu meinen direkten und persönlichen Erfahrungen mit dem OHO:

In den Jahren 2006 bis 2010 gehörte ich dem Kuratorium an. Mir wurden die Bereiche „Gruppenbetreuung", "Medien und Entwicklung" und auch das was mit Unterhaltung von Haus und Ausstattung zusammenhing, übertragen: zu letzterem gehörten auch die Kontakte zu Kämmereiamt, Bürgerheim­ Verwaltung und Gebäudemanagement von Stadt und Hospital.

Die Arbeit hat mir viel Spaß und persönliche Befriedigung gebracht. Durch die PC-Kurse und deren Einteilung hatte ich viel Kontakt zu den Interessenten, aber auch zu den Kursleitern. Die Beschaffung neuer Computer und Medien (z.B. Beamer für den Vortragssaal) war einer der Schwerpunkte meiner Arbeit. Der überaus große persönliche und fachliche Einsatz von Toni Reiser, den ich hatte als Kursleiter gewinnen können, bei der Entscheidung und Auswahl der Konfiguration, insbesondere aber auch bei der EDV- und programmtechnischen Einrichtung der neuen Geräte kann auch rückblickend nicht hoch genug gewürdigt werden.

Auch die Zusammenarbeit mit Herrn Bronner von der EDV-Abteilung der Stadtverwaltung bei der Geräte-Neu­Ausstattung war fachlich ohnehin höchst kompetent und menschlich angenehm.

Die Atmosphäre bei den Sitzungen des Kuratoriums unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Mohrschulz war jederzeit angenehm, sachbezogen, mitunter auch lustig-witzig.

Die Jahres-Ausflüge des OHO,jeweils gut vorbereitet, zu interessanten Zielen und mit interessantem Programm gehörten genauso wie die jährlichen Weihnachtsfeiern zu den Höhepunkten im Jahresablauf der Altenbegegnungsstätte OHO.

 

Max Schneiderhan

 

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ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES OCHSENHAUSER HOFES

Im ersten Jahr als Leiterin der Volkshochschule Biberach lernte ich 1972 den ehemaligen Biberacher Stadtpfleger Franz Wörner kennen, eine Person durch deren Enthusiasmus und Tatendrang ich ungeheuer viel lernte.

Er hatte als Pensionär in Biberach eine Bewegung zum „ Für- und Miteinander älterer Menschen“ gegründet und gekonnt einerseits den Landkreis als Geldgeber und andererseits die VHS als Programmgestalter gewonnen. Er war durch Info-Materialien aus der Schweiz quasi durch Schweizer Vorbild inspiriert, den älteren Menschen in Biberach sinnvolle Aktivitäten anzubieten. Er war auch maßgeblich beteiligt bei der Auswahl von älteren Personen, die in der Lage waren, Aktivitäten themenspezifisch zu leiten z.B. eine Wandergruppe, eine Volkstanzgruppe, Sitzgymnastik, interessante Lichtbildvorträge...

Deshalb nahm bei meiner Programmgestaltung der VHS Biberach v.a. durch Franz Wörners Initiative die o.g. Thematik eine immer größere Bandbreite ein. Anfangs gab er Hinweise auf potentielle Referenten und forderte von mir unermüdlich eine engagierte Pressearbeit.

Auf seine Initiative hin wurden die Lichtbildvorträge - bevor sie ins offizielle Abendprogramm der VHS gelangten – bei der älteren Generation (auch im Bürgerheim) geprüft und getestet. Schließlich waren damals Reisen und die fotographische Dokumentation von Reisen noch nicht so verbreitet und üblich wie heute. Deshalb konnte nicht jedes Angebot eines Reisefotographen so ohne weiteres und ohne Prüfung übernommen werden.

Dieses Programm „Miteinander-Füreinander“ wurde nach Schweizer Vorbild von uns recht bald unter dem Namen „Treffpunkt ältere Generation“ durchgeführt und war ein solches Erfolgskonzept, dass bereits nach einigen Jahren der Ochsenhauser Hof von der Stadt Biberach bzw. dem Hospital als Haus für die Altenarbeit und nicht wie auch vorgesehen als Jugendhaus auserkoren wurde.

Bis dahin fanden einschlägige Veranstaltungen, Kurse und Vorträge im Pestalozzi-Haus und in der neu erbauten Stadthalle statt. In der Stadthalle auch deshalb, um Ressentiments gegen diesen Neubau nach Abbruch des alten Stadttheaters und der Umgestaltung des Stadtgartens abzubauen.

Ich initiierte parallel dazu Seminare in Zusammenarbeit mit der Akademie Bad Boll um „Hausmütter“ auszubilden und für die Tätigkeit im Ochsenhauser Hof vorzubereiten. Nach diesen intensiven und interessanten „Vorarbeiten“ unter der Federführung Franz Wörner und mir betreibt nun seit 1978 der Hospital zum Hl. Geist als Träger den Ochsenhauser Hof mit großem Erfolg eine Begegnungsstätte für Ältere im Herzen Biberachs.

 

Marianne Sikora-Schoeck